PTBS

Baum mit freigelegten Wurzeln im Wald als Symbol für Posttraumatische Belastungsstörung PTBS und tief liegende Belastungen

Was eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist

Ein belastendes Ereignis kann längst vorbei sein und trotzdem weiterhin im Alltag spürbar bleiben. Bestimmte Situationen lösen plötzlich starke Reaktionen aus, obwohl im Moment keine Gefahr besteht. Ein Geräusch, ein Geruch, eine Stimmung oder ein scheinbar unbedeutender Moment können ausreichen, damit der Körper sofort in Alarm geht. Der Herzschlag beschleunigt sich, der Körper spannt sich an und Gedanken verengen sich, oft noch bevor klar ist, was diese Reaktion ausgelöst hat.
Eine posttraumatische Belastungsstörung kann nach Erfahrungen entstehen, die als extrem bedrohlich oder überwältigend erlebt wurden. Dazu gehören zum Beispiel schwere Unfälle, körperliche oder sexualisierte Gewalt, lebensbedrohliche medizinische Situationen oder andere Ereignisse, in denen ein Gefühl von völliger Hilflosigkeit entstand.
Entscheidend ist nicht, wie ein Ereignis von außen bewertet wird. Maßgeblich ist, wie tief erschütternd die Situation im Moment des Erlebens war.

Typische Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung

Erinnerungen an traumatische Erfahrungen tauchen oft nicht wie gewöhnliche Erinnerungen auf. Sie drängen sich plötzlich auf und sind häufig mit starken körperlichen Reaktionen verbunden. Bilder erscheinen vor dem inneren Auge, Albträume treten auf oder es entsteht der Eindruck, wieder mitten in der Situation zu sein.
Gleichzeitig entwickelt sich häufig ein starkes Vermeidungsverhalten. Orte, Gespräche, bestimmte Menschen oder auch eigene Gefühle werden gemieden, weil sie an das Erlebte erinnern könnten. Dazu kommt oft eine dauerhafte innere Alarmbereitschaft. Der Körper bleibt angespannt, Schlaf wird unruhig, Alpträume entstehen und ein Gefühl von Sicherheit stellt sich nur schwer ein.

Wie sich eine posttraumatische Belastungsstörung im Alltag zeigen kann

Von außen wirkt es manchmal schwer nachvollziehbar, weshalb der Körper so stark reagiert, obwohl aktuell keine Gefahr besteht. Das Nervensystem arbeitet jedoch anders als ein bewusstes Gedächtnis. Wenn ein Ereignis nicht ausreichend verarbeitet werden konnte, reagiert das System weiterhin sensibel auf alles, was an die ursprüngliche Situation erinnert.
Die körperliche Reaktion ist in diesem Moment kein Zeichen von Schwäche oder fehlender Kontrolle. Sie zeigt, dass ein Schutzmechanismus weiterhin aktiv ist.

Warum der Alltag durch PTBS enger werden kann

Die Folgen einer posttraumatischen Belastungsstörung betreffen oft nicht nur einzelne Momente. Mit der Zeit kann sich der Alltag immer stärker verändern. Aktivitäten, die früher selbstverständlich waren, werden vermieden oder erscheinen plötzlich anstrengend. Beziehungen verändern sich, weil Vertrauen, Nähe oder spontane Entspannung schwerer möglich werden.
Gleichzeitig entsteht häufig eine tiefe Erschöpfung, weil viel Energie dafür gebraucht wird, innere Anspannung zu regulieren oder belastende Erinnerungen auf Abstand zu halten.

Diagnostik der posttraumatischen Belastungsstörung für Erwachsene in Berlin oder online

In meiner Praxis begegnen mir immer wieder Menschen, die nach belastenden Erfahrungen mit Reaktionen zu tun haben, die sie selbst nur schwer einordnen können. Manche erleben anhaltende Anspannung, starke innere Unruhe, Übererregung, Vermeidung oder das Gefühl, bestimmten Erinnerungen nicht entkommen zu können. Solche Reaktionen können nach traumatischen Erfahrungen auftreten, ohne dass sofort klar ist, ob tatsächlich eine posttraumatische Belastungsstörung vorliegt.
Eine sorgfältige diagnostische Abklärung hilft dabei, diese Symptome in Ruhe genauer anzuschauen und verständlich einzuordnen. Dabei lässt sich klären, ob die geschilderten Beschwerden zu einer posttraumatischen Belastungsstörung passen oder ob andere Zusammenhänge die Erfahrungen besser erklären.

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