
Ablauf der Trauma Diagnostik – Trauma Screening
Zu Beginn wird gemeinsam geklärt, welche Fragestellung im Mittelpunkt steht. Manche Menschen kommen mit einem konkreten Verdacht, etwa auf eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung in Abgrenzung zur Borderline-Persönlichkeitsstörung oder dissoziative Symptome. In anderen Fällen steht zunächst die allgemeinere Frage im Raum, ob belastende Erfahrungen eine Rolle im aktuellen Erleben spielen könnten. In solchen Situationen kann es sinnvoll sein, zunächst ein strukturiertes Trauma-Screening durchzuführen, um eine erste fachliche Orientierung zu erhalten und die weitere Diagnostik gezielter planen zu können. In einzelnen Fällen reichen die daraus gewonnenen Erkenntnisse bereits aus, um die eigene Situation besser einzuordnen und nächste Schritte für sich klarer zu sehen.
Auf dieser Grundlage wird festgelegt, welche Form der Diagnostik sinnvoll ist und welche Schwerpunkte gesetzt werden.
Vorbereitung durch Fragebögen
Vor einem persönlichen Termin werden vorbereitende Fragebögen eingesetzt, die in Ruhe zu Hause ausgefüllt werden können. Sie helfen dabei, zentrale Symptome und Belastungsbereiche bereits im Vorfeld strukturiert zu erfassen.
Das diagnostische Gespräch
Im persönlichen oder Online-Termin werden die Inhalte der Fragebögen durch ein ausführliches Gespräch ergänzt. Dabei werden Lebensgeschichte, aktuelle Belastungen und wiederkehrende Muster im Erleben gemeinsam betrachtet.
Es geht nicht nur darum, einzelne Symptome zu benennen, sondern Zusammenhänge zu verstehen. Viele Aspekte werden erst im Gespräch greifbar, weil sie sich nicht vollständig in Fragebögen abbilden lassen.
Ergänzende diagnostische Verfahren und Interviews
Je nach Fragestellung können zusätzlich strukturierte diagnostische Interviews eingesetzt werden. Diese helfen dabei, bestimmte Symptome genauer einzuordnen und voneinander abzugrenzen.
In manchen Fällen zeigt sich im Verlauf, dass neben der ursprünglichen Fragestellung weitere Aspekte eine Rolle spielen könnten. Dann kann es sinnvoll sein, diese in einem zusätzlichen Termin genauer zu betrachten. So kann sich beispielsweise herausstellen, dass nicht nur eine Borderline-Persönlichkeitsstörung vorliegt, sondern zusätzlich eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung in Betracht kommt, die sich etwa durch anhaltende affektive Dysregulation, ein stabiles negatives Selbstbild oder ausgeprägte zwischenmenschliche Verunsicherung von anderen Störungsbildern abgrenzen lässt. Eine differenzierte Betrachtung ermöglicht es, solche Überschneidungen genauer einzuordnen und die diagnostische Einschätzung entsprechend anzupassen.
Zusammenfassung der Ergebnisse – Befundbericht
Am Ende der Diagnostik werden die erhobenen Informationen zusammengeführt und in einen verständlichen Zusammenhang gebracht. Dabei werden Gespräche, Fragebögen und diagnostische Verfahren ausgewertet und alles wird in einem ausführlichen schriftlichen Befundbericht festgehalten.
So entsteht ein klares Bild der aktuellen Situation, das sowohl die Symptome als auch ihren möglichen Hintergrund berücksichtigt. Dieses Verständnis kann eine wichtige Grundlage für weitere Schritte wie etwa eine ambulante Psychotherapie oder eine spezielle Medikation sein.
